Am Sonntag, dem 16. Oktober 2011 erhielt die Delegation unserer Pfarrgemeinde den Segen für ihre Reise nach Salaga, die am Freitag, 21. Oktober begann. Wegen einer plötzlichen Erkrankung von Heinz Kruse kurz vor dem Abreisetermin konnten Marie-Luise und Heinz Kruse jedoch nicht mitfliegen.
Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten in Salaga
Irmgard Heisterkamp und Wolfgang Mömken werden als Vertreter unserer Gemeinde am 30. Oktober am großen Dankgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Pfarrgemeinde Our-Lady-of-Fatima teilnehmen.
Zu diesem Gottesdienst werden neben Erzbischof Philipp aus Tamale der ehemalige Erzbischof Gregory sowie zahlreiche andere Gäste erwartet.
Als Gastgeschenk soll ein Meßgewand überreicht werden.
Zeitungsartikel aus der RP vom 20.10.2011
Berichte aus Salaga (per E-Mail)
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Pünktlich um15.15 Uhr hob am Freitag, 21.10. in Amsterdam das Flugzeug ab, das Irmgard Heisterkamp und mich, Wolfgang Moemken, nach Ghana bringen sollte. Leider konnten Marie-Luise und Heinz Kruse nicht dabei sein, da Heinz kurz vor der Abreise krank geworden ist.
Nach 6 Stunden und 45 Minuten landeten wir fast puenktlich um 20 Uhr Ortszeit in Accra.
Nach einer ruhigen Nacht im katholischen Gaestehaus ging es am naechste Morgen weniger komfortabel und bedeutend langsamer mit dem Pick-Up von Father David, dem Pfarrer von Our Lady of Fatima in Salaga, weiter in Richtung Norden.
Da in Ghana im naechsten Jahr Wahlen anstehen und die Regierung zeigen moechte, dass sie etwas fuer die Buerger tut, wird zur Zeit an vielen Strassen maechtig gebaut. Ob die Strassen jemals fertig werden, bezweifeln allerdings viele Menschen hier.
Nach 7 Stunden Fahrtzeit und rund 275 Kilometern war Kumasi erreicht. Hier übernachteten wir in einem Hotel.
Am Sonntag Morgen hiess es frueh aufstehen, da wir die Faehre um 9 Uhr am Volta-See erreichen wollten. Um 5 Uhr ging es ohne Fruehstueck los. Um 8.45 Uhr war Yeji erreicht, wo es direkt auf die Faehre ging. Nach 1 3/4 Stunde Ueberfahrt gingen wir in Makongo an Land. Ueber Schotterpisten und weitere 30 km war dann endlich am Sonntag um12 Uhr Salaga erreicht. Hier wurden wir von einigen Gemeindemitgliedern begruesst, die gerade von der Sonntagsmesse kamen.
Am fruehen Abend trafen wir uns mit den Ghanian Germans - so werden die Gemeindemitglieder genannt, die schon mal bei uns in Spellen waren - um gemeinsam mit Mitgliedern des Partnerschaftsteams unsere Ankunft zu feiern.
Am Montag, 24. Oktober besuchten Irmgard und ich zuerst die St. Anthony's Primary School (Grundschule), den dazu gehoerigen Kindergarten und die Junior High School. Waren es vor 20 Jahren erst 600 Kinder, die die 12 Klassen der Grundschule besuchen,sind es heute 990 Kinder in 18 Klassen.
Es ist schon ein ganz anderes Bild von Schule, dass sich hier zeigt, wenn manchmal mehr als 60 Kinder in einem Raum unterrichtet werden.
Aber viele Eltern haben erkannt, wie wichtig Bildung fuer die weitere Entwicklung ihrer Kinder ist - und so ist der Zulauf zu den Schuen gross.
Am Nachmittag liessen wir uns die Schweinezuchtanlage zeigen, die die Pfarrjugend ebenso betreibt wie das ITC-Center. Durch den Verkauf der Schweine wird die Arbeit der Jugendgruppen ebenso unterstuetzt wie durch das ITC-Center, wo Kinder und Jugendliche den Umgang mit dem Computer erlernen. Ausserdem gibt es hier einen Fotokopierservice.
Zum Abendessen waren wir dann auf die kleine Farm von Florence und Mathias Atubiga eingeladen.
Mathias ist der Vorsitzende des Partnerschaftsteams hier. Da Frau Atubiga (als Katholikin) den Gesundheitsdienst der Presbyterian Church leitet, bot sie uns an, am naechsten Tag ihre groesste Station in Loloto zu besichtigen.
Die Fahrt (Dienstag, 25. Oktober) dahin war nicht einfach, da die Schotterpiste in einem schlechten Zustand war. Grosse Schlagloecher und Wasserrinnen, die die Strasse auf ueber 20 Meter bedeckten, machten die Fahrt zu einem kleinen Abenteuer.
Es war beeindruckend, mit wieviel Hingabe und Einsatz das Team von Florence Atubiga sich um die Kranken kuemmert. Waehernd die Angestellten ihr Gehalt vom Staat bekommen, koennen Mediakmente und andere Hilfsmittel nur durch die Bezahlung der Patienten und durch Spenden bezahlt werden.
So wurden unsere Geschenke (Blutdruckmessgeraete, Blutzuckermessgeraete, Verbandsmaterial und verschiedene Medikamente) mit grosser Freude entgegengenommen.
Grosse Freude loeste aber auch das Buch von Sankt Peter Spellen aus, mit dem sich unsere Gemeinde mit ihren verschiedenen Einrichtungen und Gruppierungen vorstellen moechte, und ein Hungertuch, das seinen Platz in der Kirche finden soll.
Von Loloto ging es noch ein Stueckchen weiter nach Jamboi, wo wir ebenfalls Gemeindemitgleider trafen und ebenfalls ein Buch und ein Hungertuch ueberreichen konnten.
Bevor ich weiterschreibe, moechte ich noch kurz erklaeren, warum wir nur zu zweit in Salaga sind.
Kurz vor unserer Abreise ist Heinz Kruse ernsthaft erkrankt. Da war es selbstverstaendlich, dass auch Marie-Luise zuhause bleiben wollte, um ihren Mann zu betreuen. Alle Freunde hier in Salaga schliessen ihn und seine Frau in die Gebete ein. Wir haben erfahren, dass es ihm inzwischen schon besser geht und gruessen ihn ganz herzlich.
Am Mittwoch Morgen, 26. Oktober machten Irmgard und ich einen Spaziergang durch das naehere Stadtgebiet. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Freundlichkeit und Ausgeglichenheit die Menschen einem begegnen, obwohl die Lebensverhaeltnisse einfach und bescheiden sind.
Erfreulich fanden wir, dass es eine Reihe Schneiderinnen gibt, die mehrere Naehmaschinen besitzen und Naehkurse bzw. Workshops fuer Frauen anbieten. Diese Kurse sind immer gut besucht.
Erstaunlich ist, wie viele Fahrradhaendler und -werkstaetten es mittlerweile gibt. Kamen vor 20 Jahren allenfalls die Lehrer mit dem Fahrrad zur Schule, kommen heute viele Kinder mit dem eigenen Rad, waehrend die Lehrer schon haeufig das Motorrad benutzen.
Fuer den Nachmittag war unser Umzug in die Maridon Lodge, einem Gaestehaus, geplant. Unsere Zimmer sind ab Donnerstag fuer die Erzbischoefe vorgesehen, die an den Feierlichkeiten teilnehmen werden.
Da Father David, der Ortspriester, auf dem Rueckweg von einer Besorgung in Tamale, der Bezirkshauptstadt, Probleme mit dem Auto hatte, konnten wir erst um 18.30 Uhr, statt um 17 Uhr starten, um zu einer Einladung in Katanga zu fahren. Als wir losfuhren, war es bereits stockfinster. Ueber eine abenteuerliche Strasse ging es fast 45 Minuten lang bis in einen kleinen Ort, wo die Familie Sukpe wohnt. Vater Francis war 1999 mit einer Delegation in Spellen.
Als Farmer betreibt er Subsistenzwirtschaft, wie viele Familien in den Aussenbezirken. Das heisst, dass sie nur wenig mehr erwirtschaften als sie zum taeglichen Leben brauchen. Sein Sohn Joseph hat Theologie studiert und arbeitet in der benachbarten Dioezese Yendi. Er war schon hauefig in Spellen zu Gast.
An dem herzlichen Empfang nahmen 20 Personen teil. Neben einem mehrgaenigen Mahl gab es einen regen Austausch mit den Gemeindemitgliedern aus Katanga. Als wir um 21.45 Uhr das Gehoeft wieder verliessen, standen drausen vor dem Tor, in der Dunkelheit kaum zu erkennen, mindestens 20 Kinder aus der Nachbarschaft, die neugierig darauf warteten, die Besucher der Sukpes zu sehen.
ueber den Donnerstag gibt es nur wenig zu berichten. Da sich die Ankunft des Erzbischofs Philip auus Tamale verzoegerte, wurde der Besuch beim Paramount-Chief Kpembewura auf Freitag verschoben. Erst das Abendessen gemeinsam mit Erzbischof Philip und das anschliessende "sitting" mit einigen Gemeindemitgliedern machte den Tag zu etwas Besonderem.
Am Freitag Morgen, 28. Oktober ging es schon sehr frueh zum Paramount-Chief der Gonjas. Kpembewura ist der oberste Haeuptling aller Gonjas im Norden Ghanas. Ein Trommler empfing uns vor dem Palast, der kaum von einem groesseren Wohnhaus zu unterscheiden ist. DerThroansaal hat die Abmessungen eines groesseren Wohnzimmers, enthaelt aber mit Ausnahme des Thrones und einiger Stuehle fuer besondere Gaeste keine Moebel. Die Stammesangehoerigen sitzen auf dem Boden, wenn sie mit ihrem Haueptling sprechen. Dabei folgt das offizielle Gespraech strengen Regeln. Moechte man dem Paramount-Chief etwas sagen, wird der Zeremonienmeister angesprochen, der das Gesagte in Richtung des Haeuptlings wiederholt. Auch die Antwort des Haeuptlings erreicht die anderen Anwesenden ueber den Zeremonienmeister.
Nach einem islamischen Gebet, gesprochen von einem Imam, und einem christlichen Gebet, gesprochen von Erzbischof Philip, sowie einer Vorstellung der Unterhaeptlinge und der Gaeste erhielt der Erzbischof die Erlaubnis, eine Ansprache zu halten.
Er hob die Bedeutung der christlichen Kirchen, spezielle der katholischen Kirche, bei der Entwicklung des Landes hervor. So tragen die vielen katholischen Schulen erheblich zur Beildung der Bevoelkerung bei. Allein im Bereich der Pfarrei Our Lady of Fatima gibt es acht katholische Kindergaerten und Grundschulen (Klassen 1 - 6) sowie fuenf Junior High Schools (Klassen 7 - 9). Die beiden Senior High Schools in Salaga mit zusammen 2500 Studenten (Klassen 10 - 13) sind staatliche Schulen.
Bei allen anstehenden groesseren Projekten sucht die Kirche auch immer den jeweiligen Volksstaemmen und bittet um Unterstuetzung. Dabei aknn es sich um blosse Akzeptanz oder aber auch um materielle Unterstuetzung handeln. So moechte der Erzbischof so bald wie moeglich eine Education School errichten, wo Jugendliche eine Berufsausbildung machen koennen. Da die Jugendarbeitslosigkeit in dieser Region ein grosses Problem ist, sagte der Paramount-Chief zu, ein entsprechendes Grundstueck zur Verfuegung zu stellen, sobald die Plaene fertiggestellt und die Finanzierung gesichert sind.
Die gegenseitige Hochachtung kam auch in der weiteren Antwort des Haeuptlings zu Ausdruck. Er hat direkt nach der Eroeffnung der katholischen Schule seine Kinder bewusst dorthin geschickt, weil er von der guten Qualitaet gehoert hatte. Einer seiner Soehne arbeitet heute als Professor in den Vereinigten Staaten. (Rund 90% der Schuelerinnen und Schueler der katholischen Schule sind nicht katholisch. Die 13 besten Schulen Ghanas sind katholische Schulen.) Zum Abschied bekamen der Erzbischof und die Kirchengemeinde zehn grosse Yamswurzeln und ein Schaf geschenkt.
Nach der Rueckkehr zur Missionsstation hatten wir Gelegenheit, uns fast anderthalb Stunden intensiv mit dem Erzbischof ueber Entwicklungn in der katholischen Kirche im Allgemeinen und ueber die Entwicklungsarbeit im Norden Ghanas im Besonderen zu unterhalten.
Um 18.30 Uhr begann vor der Polizeistation aus die Lichterprozession zur Ehre Gottes und zur Feier des Jubilaeums. Begleitet von einer Marschband der Pfarrjugend zogen die Menschen singend und tanzend durch den Ort, der stark muslimisch gepraegt ist. Mit offenen Augen und Muendern standen viele Grosse und Kleine staunend an der Strasse, konnten kaum verstehen, dass ihre Mitbuerger ihre Freude ueber ihren Glauben so starken Ausdruck verliehen. Gut 45 Minuten dauerte die Prozession, dann war die Kirche erreicht, wo Father David der Gemeinde zum Abschluss den eucharistischen Segen erteilte.
5. Bericht (1. Teil)
Am Samstag Morgen, 29. Oktober war fuer 9 Uhr der grosse Taufgottesdienst angesagt. Ueber 100 Kandidaten aus dem ganzen Pfarrgebiet (etwa so gross wie der Kreis Wesel) im Alter zwischen 10 und 35 Jahren hatten sich ueber vier Jahre auf diesen Tag vorbereitet. Durch Arbeiten, die noch nicht abgeschlossen waren, und Verspaetungen der Kandidaten aus den Aussenbezirken bagann der Gottesdienst mit Erzbischof Philip erst um 9.30 Uhr. Begleitet vom 12-koepfigen Kirchenchor und vielen Rhythmusinstrumenten zogen die Priester und Ministranten in die Kirche ein. Nach den Schriftlesungen machte der Erzbischof in seiner Prdigt deutlich, was es konkret fuer die Taeuflinge im Norden Ghanas bedeutet, ein Christ zu sein. Stammestraditionen und -denken sind immer wieder aufs Neue zu hinterfragen und dann abzulegen, wenn sie nicht mit christlichen Werten zu vereinbaren sind. So eroeffnet sich durch die Christen die Moeglichkeit, das Verhaeltnis der Staemme untereinander zu veraendern und zu verbessern, weil vor Gott alle Menschen gleich sind und sich nicht einer ueber den anderen erheben darf.
Nach der Predigt begann die eigentliche Taufe mit dem Taufversprechen. Danach zogen die Taeuflinge dreimal in drei Reihen zum Altar: zuerst wurden sie getauft, dann gesalbt und zum Ende symbolisch mit dem weissen Taufkleid bedeckt. Anschliessend brachten ihen die Taufpaten die Taufkerzen, die an der Osterkerze entzuendet worden waren. Mit einem grossen Appluas gratulierten die anwesenden Gemeindemitglieder den Neugetauften. Der weitere Ablauf des Gottesdienstes verleif in etwa so, wie wir es gewohnt sind. Zu erwaehnen ist noch die zum Teil getanzte Prozession zum Altar, damit die Gottesdienstbesucher ihre Spende in die Kollektenkoerbchen werfen konnten. Insgesamt dauerte der Gottesdienst rund zweieinhalb Stunden.
Fortsetzung 5. Bericht
Am spaeten Samstag Nachmittag, 29. Oktober war die Gemeinde zu einem Vortrag des Erzbischof's (im Ruhestand) Gregory eingeladen. Das Thema war auch die Ueberschrift des Dankgottesdienstes am Sonntag "5o Jahre voller Gnade: Aussichten und Herausforderungen".
Zuerst hob der Erzbischof die Herausforderungen hervor: die Groesse des Gemeindegebietes, das Leben in einer Diaspora-Situation (nur etwa 1-2% der Bevoelkerung ist katholisch), die Bedeutung der Stammeszugehoerigkeit und die Auseinandersetzung mit deren Traditionen, zu wenig Anstrengungen seitens der Eltern, die katholischen Kinder zu hoehren Schulabschluessen zu fuehren.
Dem gegenueber stehen aber auch positive Aussichten: die Entwicklung in der gesamten Region durch gut ausgebildete Gemeindemitglieder, die beabsichtigte Neugruendung von zwei Pfarreien, die zu einer besseren Seelsorge und einer besseren Bildungssituation fuehren werden, die Festigung im Glauben, die Gewinnung von neuen Gemeindemitgliedern durch Missionierungsanstrengungen der Gemeindemitglieder.
In einer lebhaften Diskussion tauschten anschliessend einige Gemeindevertreter ihre Erfahrungen und Meinungen mit dem Erzbischof aus.
Der Sonntag, 30. Oktober war der "grosse" Tag, auf den alle gespannt gewartet hatten. Sehr puenktlich begann um 9.30 Uhr der Festgottesdienst zum Abschluss der Jubilaeumsfeierlichkeiten. Eskortiert von den "Knights of St. John's" (entfernt vergleichbar mit unseren Schuetzenvereinen) zogen 14 Priester und die beiden Erzbischoefe in die Kirche ein. Rund 600 Menschen in der Kirche sowie mehr als 400 vor der Kirche feierten den Gottesdienst mit, der mitgestaltet wurde von mehreren Choeren und Musikgruppen aus den verschiedenen Gemeindegebieten.
Nach der Predigt firmten die beiden Bischoefe ueber 60 Jugendliche und Erwachsene.
Die meisten von ihnen waren erst am Vortag getauft worden, hatten zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen. Zum Ende des Gottesdienstes sprachen Abgesandte von Nachbarpfarreien, von politischen Gruppierungen und vom Stamm der Gonjas Grussworte und beglueckwuenschten die Gemeindemitgleider zu ihrem Jubilaeum.
Anschliessend ueberbrachten Irmgard Heisterkamp und Wolfgang Moemken die Gruesse der Partnergemeinde St. Peter in Spellen. Der Hoehepunkt war die Ueberreichung eines neuen Messgewandes als Geschenk der Partnergemeinde.
Nach dem Ende des Gottesdienstes, der fast viereinviertel Stunden dauerte, wurde auf dem Gelaende der Missionsstation weiter gefeiert.
Ueberall waren Trommeln zu hoeren, tanzten und sangen die Menschen und brachten so ihre Freude ueber das Jubilaeum zum Ausdruck. Besonders eindrucksvoll war der Tanz der Gruppe aus
Grushie Zongo. Geschmueckt mit phantasievollen Kopfbedeckungen tanzten und sangen Maenner und Frauen, zogen freudig ueber das Festgelaende und begeisterten das Publikum.
Ebenso erstaunlich war spaeter ihre Abreise. Mit einem Kleinbus, mit dem bei uns in Deutschland hoechstens 15 Personen befoerdert werden duerften, fuhren rund 40 Personen auf den Sitzen (und dazwischen) sowie weitere 30 Personen auf dem Dach nach Hause.
Der Montag, 31. Oktober war gepraegt von Begegnungen und Gespraechen.
Es gab einen intensiven Austausch mit Vertretern des Pfarrgemeinderates, des Partnerschaftscommittees, und der Frauengemeinschaft (Christian Mothers).
Hierbei ging es um den Austausch von Erfahrungen, die Sichtung von neuen Projekten, die Verbesserung der Kommunikationsstruktur. Dabei wurden auch verschiedene Orte in der Gemeinde in Augenschein genommen, damit sich die Delegation ein eigenes Bild von der Sachlage machen konnte.
Am Dienstag, 1. November stehen noch zwei weitere Treffen an, aber auch schon erste Verabschiedungen, denn am Mittwoch reisen Irmgard Heisterkamp und Wolfgang Moemken in die Provinzhauptstadt Tamale weiter.
Am Dienstag Abend (Allerheiligen) war für 19.30 Uhr ein großes Abschiedstreffen mit den Ghanian Germans und anderen Freunden vereinbart.
Während der Abendmesse ging ein schweres Gewitter nieder, die Stromversorgung in der ganzen
Region brach (mal wieder) zusammen, dieses Mal aber für längere Zeit. Da der 5o Jahre alte Generator wohl nicht mehr genügend Diesel im Tank hatte, stellte auch er nach rund 10 Minuten seine Arbeit ein. So wurde der Gottesdienst vom Glaubensbekenntnis an bis zum Segen bei Taschenlampenlicht und eher stumm weitergefeiert. Das Geprassel des Regens auf dem Blechdach übertönte sämtliche anderen Geräusche in der Kirche, so dass der Gottesdienst pantomimisch wirkte. Nach dem Gottesdienst hatte sich das Gelände rund um die Kirche in eine Seenlandschaft verwandelt. Fast eine halbe Stunde verbrachten wir mit den Gemeindemitgliedern im Gotteshaus, bevor der Regen aufhörte und ein Nachhausegehen möglich war. Durch den Regen verzögerte sich auch der Beginn unseres Treffens, einige Gäste konnten wegen des Regens nicht kommen.
Gemeinsam ließen wir bei schmackhaften Speisen unseren Besuch Revue passieren und zogen alle ein positives Fazit. Es hatten viele Gespräche zu möglichen Projekten und zur Vertiefung der Zusammenarbeit stattgefunden, so dass nun in Spellen intensiv diskutiert werden kann, für welche Zwecke Unterstützung gewährt werden kann. Der Abschied von unseren "alten" und "neuen" Freunden viel uns nicht leicht.
Am Mittwoch Morgen, 2. November ging es nach Tamale.
Auf Zickzackkurs ging es zunächst in 2 Stunden über rund 55 km über die von Schlaglöchern übersäte Schotterpiste. Die letzten 20 km über die asphaltierte Straße dauerten zwar auch fast eine Stunde, was aber auf den immer dichter werdenden Verkehr zurückzuführen ist.
In Tamale bezogen wir im Gästehaus der Erzdiözese Quartier.
In den anderthalb Tagen vor Ort galt es, verschiedene Projekte zu besuchen, Gespräche zu führen, eine große Spende abzugeben und Einkäufe zu tätigen. Besonders wichtig dabei war das lange Gespräch mit Alice Dongyiri, der Leiterin des Partnerschaftsbüros TEMPCON in Tamale, wo alle Partnerschaftskontkate der Gemeinden in der Diözese Münster und im Norden Ghanas zusammenlaufen.
Am Freitag Morgen, 4. November hieß es endgültig Abschied zu nehmen. Father David, der Gemeindepriester, und Mathias Atubiga, der Vorsitzende des Partnerschaftscommittees, begleiteten uns zum Regionalflughafen, von dem aus wir mit einer zweimotorigen Propellermaschine nach Accra flogen.
Dort erwartete uns bereits ein Freund von Heinz Kruse, der - wie berichet - gemeinsam mit seiner Frau nicht an der Reise teilnehmen konnte, um uns Accra und Umgebung zu zeigen.
Um 23 Uhr hob der Airbus der KLM in Accra ab und brachte uns in nur 6 Stunden und 10 Minuten nach Amsterdeam, wo wir von Familienangehörigen und Freunden abgeholt wurden.
Mit einem leckeren Frühstück und einem regen Austausch endete unsere lange und erlebnisreiche Reise, an die wir uns immer wieder gerne erinnern werden.